Die Sammlung
Unterhaltung

Unterhaltungsautomaten versprechen für den Einsatz einer Münze wahres Entertainment. Ob es galt, seine Kraft unter Beweis zu stellen, sich mittels sportlicher Wettkämpfe zu messen, sich die Zukunft voraussagen zu lassen oder Bilder zu betrachten, Geld- oder Warengewinne wurden dabei nie ausgezahlt. Typische Aufstellorte waren dabei Gaststätten, Biergärten, Ausflugsziele und Jahrmärkte.

 

Elektra, IMO-Automatenfabrik Helmut Jentzsch GmbH, Bielefeld-Brackwede, Deutschland, 1956

„Elektra“ ist ein Elektrisierer und gehört zu den Unterhaltungsautomaten. Nach Einwurf einer 10-Pfennig-Münze umfasste der Spieler die zwei Griffe, drehte den rechten nach rechts und bekam daraufhin einen Stromschlag. Die Anzeige der Stromstärke gab dabei verschiedenen Spielern Anreiz, sich in punkto Belastbarkeit zu messen und damit die eigene „Leidensfähigkeit“ zu demonstrieren. Bei einem Wert von 100 galt man als „schwach“ und bei 500 als „robust“, wie das Gerät attestierte.

Jedoch bot der Automat zeitgleich nicht nur für eine Person Unterhaltung. Alle Neugierigen konnten sich an den Händen fassen, damit den Stromkreis schließen und die Elektrisierung erfasste jeden Körper. Zu erleben waren diese Automaten oft auf Jahrmärkten bereits zu Beginn des 20. Jh., wobei ein kleiner elektrischer Schlag damals als heilsames Wundermittel galt. Durch die herbeigeführte Begegnung mit Elektrizität sollte der Körper von allen Leiden befreit werden.

   

Basketmatic, René Wolff, Billancourt-Boulogne, Frankreich, 1953

Der auf Frankfurts Frühjahrs-Automaten-Messe 1953 erstmalig in Deutschland vorgestellte „Basketmatic“ ist ein magnetisches Basketballspiel aus der Gruppe der Unterhaltungsautomaten.
Nach Einwurf einer 20 Centimens-Münze gab das Gerät neun Bälle aus Metall frei. Zwei Gegner traten in einen spielerischen Wettkampf, um diese in den jeweils gegenüberliegenden Korb zu befördern. Die Figuren waren paarweise auf drehbaren Stangen befestigt - ähnlich wie bei einem klassischen Kicker. Die „Mittelfeldspieler“ ließen sich außerdem in der Waagerechten vor und zurück bewegen. Anders als beim Kickerspiel wurde der Ball jedoch nicht mittels der Figuren geschossen, sondern geworfen. Zwischen den Armen der Sportler angebrachte Magnete hielten den Ball, der durch Drehen der Stangen in Richtung des Korbes geschleudert werden musste. Mit Hilfe einer Spielfigur über jedem Korb konnten auch gegnerische Torangriffe abgewehrt werden.
Zum Schutz der Spielenden und der Zuschauer vor den fliegenden Basketbällen, war die Spielfläche oberhalb und seitlich im Korbbereich mit einem Gitter umrahmt.

   

 

The Twins, The British Automatic Co., London, Großbritannien, ab 1956

Dieser Wettkampfspielautomat bot auf Großbritanniens Jahrmärkten Unterhaltung der besonderen Art. Von der Frage motiviert, ob man seinen Gegner schlagen könne, traten zwei Spieler gegeneinander an. Das Ziel war es, die beiden kleinen Kurbeln an der Vorderseite mit einer möglichst hohen Geschwindigkeit im Uhrzeigersinn zu drehen und somit die Babys mit der Milch aus den Trinkflaschen zu füttern. Wer am schnellsten den entsprechenden Zwilling austrinken ließ, wurde durch einen roten Pfeil mit der Aufschrift „Winner“ zum Sieger gekürt.

Das Patent für diesen Automaten mit der Nummer 817705 wurde von Alfred Leonard Walton am 19. Oktober 1956 beim Patent Office in London beantragt.

Die Aufschrift ,,1 D“ an der Münzung fordert zum Einwurf eines Pennys auf. Diese Abkürzung wurde bis in die 1970er-Jahre verwendet. Dabei steht sie für den lateinischen Begriff ,,Denarius“ und bezeichnet ursprünglich eine antike Münzeinheit. Der Denar bzw. Denarius ist der Vorläufer des britischen Pennys und des deutschen Pfennigs.

   

Billy, Heinrich Hecker AG & Co., Paderborn, Deutschland, 1952 

Vom Briefmarkensammler über den Backfisch-Angler bis hin zum Kraft-Athlet konnte dieser Automat ermitteln, in welche Klasse der Benutzer gehörte.
Um dies herauszufinden, genügte – neben der benötigten Muskelkraft –  ein 10 Pfennig Stück. Der Kraftmesser „Billy“ war ein klassischer Unterhaltungsautomat und wurde 1952 von der Firma Heinrich Hecker AG & Co. gebaut.

Bereits vor dem Zweiten Weltkrieg war dieser Kraft-Sport-Automat sehr beliebt, was sich nach 1945 keineswegs änderte. Obwohl „Billy“  eher kleine Ausmaße besaß, war er dennoch ein Highlight für alle –  sowohl für den neugierigen Nutzer, als auch für den Aufsteller.

Aufgrund der kompakten Ausmaße mit einem Durchmesser von 25 cm, einer Höhe von 15 cm und einem Gewicht von 15 kg fand der Automat überall Platz. Dies nutzte Großhändler Heinrich Hecker zur Bewerbung des Automaten. Neben dem Hinweis auf die Geldkassette mit einem Fassungsvermögen von ca. 100 DM und dem eingebauten Sicherheitsschloss, diente auch die zulassungsfreie Aufstellmöglichkeit als überzeugendes Verkaufsargument.

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