Die Musikbox gehört zu einem der bekanntesten Symbole der Musik- und Unterhaltungskultur des 20. Jahrhunderts. Was heute nostalgische Erinnerungen an Tanzlokale und den Sound von Rock‘n’Roll, Blues, Jazz, Pop-Musik oder auch Schlager weckt, begann mit einer Reihe technischer Innovationen und gesellschaftlicher Entwicklungen, welche ihren Ursprung im 19. Jahrhundert haben.
Die Musikbox gehört zu einem der bekanntesten Symbole der Musik- und Unterhaltungskultur des 20. Jahrhunderts. Was heute nostalgische Erinnerungen an Tanzlokale und den Sound von Rock‘n’Roll, Blues, Jazz, Pop-Musik oder auch Schlager weckt, begann mit einer Reihe technischer Innovationen und gesellschaftlicher Entwicklungen, welche ihren Ursprung im 19. Jahrhundert haben.
Von den ersten Tonaufzeichnungsgeräten über die frühen münzbetriebenen Phonographen bis hin zu den ikonischen Musikautomaten der Nachkriegszeit erzählt die Geschichte der Musikbox nicht nur von Technik, sondern auch von Kultur, Wirtschaft und dem Bedürfnis der Gesellschaft nach Musik und Unterhaltung.
Die Anfänge der Musikbox
Die Entstehung der Jukebox ist eng mit der Entwicklung der Tonaufzeichnung im späten 19. Jahrhundert verbunden. Die technische Grundlage bildeten die Erfinder Thomas Alva Edison und Emil Berliner mit dem Phonographen und dem Grammophon (vgl. Midding, 2015, S. 10-11).
Einen ebenso wichtigen Schritt machte 1889 Louis Glass gemeinsam mit seinem Geschäftspartner William S. Arnold, als sie einen phonographischen Musikautomaten entwickelten. Der „Nickle-in-the-Slot“–Phonograph war geboren und spielte nach Einwurf einer Münze ein Musikstück automatisch ab (vgl. Jukebox-World/1, kein Datum).
Links: Detail vom Bussophone, Société des Phonographes Automatique Bussoz Frères & de Vère, Paris, 1921.
Gilt als direkter Vorläufer der späteren Musikboxen (Ausstellung DAM 2026/1).
Die Anfänge der Musikbox
Die Entstehung der Jukebox ist eng mit der Entwicklung der Tonaufzeichnung im späten 19. Jahrhundert verbunden. Die technische Grundlage bildeten die Erfinder Thomas Alva Edison und Emil Berliner mit dem Phonographen und dem Grammophon (vgl. Midding, 2015, S. 10-11).
Einen ebenso wichtigen Schritt machte 1889 Louis Glass gemeinsam mit seinem Geschäftspartner William S. Arnold, als sie einen phonographischen Musikautomaten entwickelten. Der „Nickle-in-the-Slot“–Phonograph war geboren und spielte nach Einwurf einer Münze ein Musikstück automatisch ab (vgl. Jukebox-World/1, kein Datum).
Links: Detail vom Bussophone, Société des Phonographes Automatique Bussoz Frères & de Vère, Paris, 1921.
Gilt als direkter Vorläufer der späteren Musikboxen (Ausstellung DAM 2026/1).
In den darauffolgenden Jahren und Jahrzehnten wurden diese Geräte immer weiter entwickelt, bis 1927 der elektrische Verstärker vorgestellt wurde.
Der erste Automat mit einem solchen Verstärker, der den Ton einer Schallplatte wiedergeben konnte, gilt heute als die erste Musikbox der Geschichte. Es war die Automatic Musical Instrument Company (AMI), die ihren “National Automatic Selective Phonograph” vorstellte (vgl. Midding, 2015, S. 12).
Woher stammt der Begriff „Jukebox“?
Im Laufe der 1930er-Jahre fand die Musikbox vor allem in den USA Verbreitung. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg, als sich die amerikanische Lebensart ausbreitete, erlangte die Jukebox auch international größere Aufmerksamkeit.
Aufgrund dessen, dass Musik der Randgruppen und Minderheiten wie Jazz und Blues bewusst nicht in öffentlichen Rundfunksendern gespielt wurde, bevorzugten besonders die afroamerikanischen US-Bürgerinnen und Bürger, das nächste Wirtshaus mit einer Musikbox aufzusuchen, um dort ihre Lieblingsstars wie Bessie Smith, Jelly Roll Morton oder King Oliver zu hören und ihre musikalische Identität zu wahren.
Rechts: Bild einer US-amerikanischen Gastronomie mit Musikbox, Wurlitzer 1015, (Rudolph Wurlitzer Company, ab Nov. 1945) (DAM HQ 0795)
Woher stammt der Begriff „Jukebox“?
Im Laufe der 1930er-Jahre fand die Musikbox vor allem in den USA Verbreitung. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg, als sich die amerikanische Lebensart ausbreitete, erlangte die Jukebox auch international größere Aufmerksamkeit.
Aufgrund dessen, dass Musik der Randgruppen und Minderheiten wie Jazz und Blues bewusst nicht in öffentlichen Rundfunksendern gespielt wurde, bevorzugten besonders die afroamerikanischen US-Bürgerinnen und Bürger, das nächste Wirtshaus mit einer Musikbox aufzusuchen, um dort ihre Lieblingsstars wie Bessie Smith, Jelly Roll Morton oder King Oliver zu hören und ihre musikalische Identität zu wahren.
Rechts: Bild einer US-amerikanischen Gastronomie mit Musikbox, Wurlitzer 1015, (Rudolph Wurlitzer Company, ab Nov. 1945) (DAM HQ 0795)
Nach langen und harten Arbeitstagen war es vor allem in den südöstlichen Bundesstaaten (in welchen damals noch der größte Teil der schwarzen US-Bevölkerung lebte) nicht unüblich, dass die Landarbeitenden am Rande der Plantagen preiswerte Wirtshäuser aufsuchten, um gemeinsam bei Musik und Tanz den Abend ausklingen zu lassen. Diese Wirtshäuser nannten sich „Juke-Joints“.
Die Herkunft des Begriffs „jook“ oder „juke“ lässt sich vermutlich auf das Gullah-Wort „Juk“ zurückführen, eine Sprache, die westafrikanische Wurzeln besitzt. Es bedeutet so viel wie „berüchtigt“ oder „unordentlich“ (vgl. Gorman, 2001).
Von der Weltwirtschaftskrise zum Wirtschaftswunder der Musikautomaten
Die Geschichte der Jukebox ist eng mit den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Umbrüchen des 20. Jahrhunderts verknüpft. Zwischen den 1930er- und 1960er-Jahren erlebte der Musikautomat seine Blütezeit. Unterbrochen von tiefgreifenden Krisen, aber getragen von technischer Innovation, wirtschaftlicher Erholung und einer wachsenden Begeisterung für populäre Musik.
Links: AMI B (Automatic Musical Instrument Company, Grand Rapids, USA, 1948) (Ausstellung DAM 2026/3)
Von der Weltwirtschaftskrise zum Wirtschaftswunder der Musikautomaten
Die Geschichte der Jukebox ist eng mit den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Umbrüchen des 20. Jahrhunderts verknüpft. Zwischen den 1930er- und 1960er-Jahren erlebte der Musikautomat seine Blütezeit. Unterbrochen von tiefgreifenden Krisen, aber getragen von technischer Innovation, wirtschaftlicher Erholung und einer wachsenden Begeisterung für populäre Musik.
Links: AMI B (Automatic Musical Instrument Company, Grand Rapids, USA, 1948) (Ausstellung DAM 2026/3)
Durch die weltweite Wirtschaftskrise erlitt die Musikautomatenbranche im Herbst 1929 einen Rückschlag.
Der drastische Rückgang der Kaufkraft traf nicht nur Industrie und Handel, sondern auch das Vergnügungs- und Gaststättengewerbe. Somit auch das direkte Geschäftsmodell der Musikautomatenaufstellung (vgl. Reiß, 2003, S. 261).
Eine wirtschaftliche Erholung trat ein, als 1933 Franklin D. Roosevelt als US-Präsident mit seiner Politik des „New Deal“ der Wirtschaft aus der Krise verhalf. Dazu gehörte ein großangelegtes Elektrifizierungsprogramm für den ländlichen Raum. Dies schaffte eine wichtige Voraussetzung für die weitere Verbreitung der Jukebox (vgl. Reiß, 2003, S. 261). Bars, Restaurants und Nachtlokale schossen wie Pilze aus dem Boden, da die Beschäftigungszahlen, Kaufkraft und vor allem der Optimismus der Menschen stiegen.
Für die Hersteller wie AMI, Rock-Ola und Seeburg entstand ein gewaltiger Absatzmarkt für Musikboxen. Bald darauf erschien ein neuer Hersteller auf dem Markt: die Rudolph Wurlitzer Company.
Die 1930er- bis 1960er-Jahre gelten als die Goldene Ära der Jukebox. In den USA, wo die genannten Marken Millionen Geräte produzierten, gehörte die Jukebox bald zur Ausstattung von Bars, Tanzlokalen und Cafés.
Rechts: Bild einer Gaststätte, AMI I 200 (Automatic Musical Instrument Company, Grand Rapids, USA, 1958) (DAM HQ 0061)
Eine wirtschaftliche Erholung trat ein, als 1933 Franklin D. Roosevelt als US-Präsident mit seiner Politik des „New Deal“ der Wirtschaft aus der Krise verhalf. Dazu gehörte ein großangelegtes Elektrifizierungsprogramm für den ländlichen Raum. Dies schaffte eine wichtige Voraussetzung für die weitere Verbreitung der Jukebox (vgl. Reiß, 2003, S. 261). Bars, Restaurants und Nachtlokale schossen wie Pilze aus dem Boden, da die Beschäftigungszahlen, Kaufkraft und vor allem der Optimismus der Menschen stiegen.
Für die Hersteller wie AMI, Rock-Ola und Seeburg entstand ein gewaltiger Absatzmarkt für Musikboxen. Bald darauf erschien ein neuer Hersteller auf dem Markt: die Rudolph Wurlitzer Company.
Die 1930er- bis 1960er-Jahre gelten als die Goldene Ära der Jukebox. In den USA, wo die genannten Marken Millionen Geräte produzierten, gehörte die Jukebox bald zur Ausstattung von Bars, Tanzlokalen und Cafés.
Rechts: Bild einer Gaststätte, AMI I 200 (Automatic Musical Instrument Company, Grand Rapids, USA, 1958) (DAM HQ 0061)
Die Aufstellorte wurden zu sozialen Treffpunkten und die Musikboxen prägten die Popularisierung von Jazz, Blues und später Rock ’n’ Roll entscheidend mit. Gleichzeitig war dies auch eine Zeit des wirtschaftlichen Aufschwungs für die Automatenaufsteller: Die Kombination aus technischer Zuverlässigkeit, wachsender Musikauswahl und hoher Nachfrage sorgte für stabile Einnahmen und stetiges Wachstum.
Die Jukebox-Branche im Zweiten Weltkrieg
Die Geschichte der Jukebox ist ein Spiegel weltpolitischer Ereignisse. Besonders einschneidend wirkte sich der Eintritt der USA in den Zweiten Weltkrieg auf die Branche aus. Während Produktion und Handel nahezu zum Erliegen kamen, erlebten Aufsteller paradoxerweise eine Phase hoher Nachfrage, getragen von dem wachsenden Bedürfnis der Bevölkerung nach Ablenkung und Unterhaltung in schwierigen Zeiten.
Im Dezember 1941 wurde der derzeitige Höhenflug der amerikanischen Jukebox-Industrie jäh unterbrochen. Durch den Kriegseintritt der USA wurde bereits am 11. Dezember 1941 die Produktion von Musikautomaten als nicht kriegswichtige Güter staatlich um 75 Prozent gedrosselt, ehe sie am 1. Februar 1942 vollständig eingestellt wurde. Für die Hersteller bedeutete dies einen abrupten Einschnitt, der sie zwang, ihre bisherigen Geschäftsmodelle grundlegend zu überdenken (vgl. Reiß, 2003, S.265 f.).
Links: Bild einer US-amerikanischen Gastronomie mit Seeburg Rex, (Seeburg, J. D. Corporation, Chicago, USA, nach 1936) (DAM HQ 0644)
Die Jukebox-Branche im Zweiten Weltkrieg
Die Geschichte der Jukebox ist ein Spiegel weltpolitischer Ereignisse. Besonders einschneidend wirkte sich der Eintritt der USA in den Zweiten Weltkrieg auf die Branche aus. Während Produktion und Handel nahezu zum Erliegen kamen, erlebten Aufsteller paradoxerweise eine Phase hoher Nachfrage, getragen von dem wachsenden Bedürfnis der Bevölkerung nach Ablenkung und Unterhaltung in schwierigen Zeiten.
Im Dezember 1941 wurde der derzeitige Höhenflug der amerikanischen Jukebox-Industrie jäh unterbrochen. Durch den Kriegseintritt der USA wurde bereits am 11. Dezember 1941 die Produktion von Musikautomaten als nicht kriegswichtige Güter staatlich um 75 Prozent gedrosselt, ehe sie am 1. Februar 1942 vollständig eingestellt wurde. Für die Hersteller bedeutete dies einen abrupten Einschnitt, der sie zwang, ihre bisherigen Geschäftsmodelle grundlegend zu überdenken (vgl. Reiß, 2003, S.265 f.).
Links: Bild einer US-amerikanischen Gastronomie mit Seeburg Rex, (Seeburg, J. D. Corporation, Chicago, USA, nach 1936) (DAM HQ 0644)
Nur ein einziger Hersteller erhielt eine Sondergenehmigung: AMI durfte weiterhin Musikboxen produzieren, allerdings ausschließlich zur Ausstattung von Freizeiteinrichtungen der US-Streitkräfte (vgl. Reiß, 2003, S. 265). Alle anderen Unternehmen mussten ihre Fertigung aufgeben und bemühten sich stattdessen um staatliche Rüstungsaufträge, um wirtschaftlich überleben zu können. Die Jukebox verschwand damit vorübergehend aus den Produktionshallen, nicht jedoch aus dem öffentlichen Leben.
Für die Musikautomatenaufstellung entwickelten sich die Kriegsjahre überraschend zu einer wirtschaftlich günstigen Phase. Der Krieg forderte der amerikanischen Bevölkerung viel ab, und das Bedürfnis nach Zerstreuung, Musik und gemeinschaftlichen Erlebnissen nahm deutlich zu. Bars, Tanzlokale und Vergnügungsstätten blieben wichtige Treffpunkte und die Jukebox war dort oft das zentrale Unterhaltungsmedium. Die größte Herausforderung bestand daher weniger in fehlender Nachfrage als vielmehr in der Knappheit neuer Geräte.
Da keine neuen Musikboxen für den Inlandsmarkt mehr produziert wurden, griffen viele Aufsteller auf vorhandene Automaten zurück. Ältere Modelle wurden technisch instandgesetzt und äußerlich modernisiert, um den Geschmack der Zeit weiterhin zu treffen. Besonders beliebt für solche Umbauten war die „Victory“ (ab 1942) von der Rudolph Wurlitzer Company, North Tonawanda. So blieben die Jukeboxen trotz Produktionsstillstands im Alltag präsent und für Unternehmen wirtschaftlich relevant (vgl. Reiß, 2003, S.267).
Gegen Ende des Krieges blickte die Musikautomatenbranche zunehmend hoffnungsvoll in die Zukunft. Mit der absehbaren Rückkehr zur Friedenswirtschaft verband sie die Erwartung eines erneuten Aufschwungs. Diese Hoffnung erfüllte sich rasch: Nach Kriegsende übernahm Wurlitzer die Marktführerschaft. Mit dem Modell 1015 (1945) brachte die Rudolph Wurlitzer Company eine Jukebox auf den Markt, die mit ihrem Design von Paul Fuller nicht nur gestalterisch neue Maßstäbe setzte, sondern sich auch zur meistverkauften und beliebtesten Musikbox aller Zeiten entwickelte (vgl. Reiß, 2003, S. 268).
Die Kriegsjahre markieren damit eine außergewöhnliche Phase in der Geschichte der Jukebox: eine Zeit des industriellen Stillstands bei gleichzeitig hoher kultureller Bedeutung. Sie zeigen, dass der Erfolg der Musikbox nicht allein von Produktion und Technik abhing, sondern vor allem vom menschlichen Bedürfnis nach Musik. Gerade dann, wenn die Zeiten besonders schwer waren.
Rechts: Bild der beliebtesten Jukebox (Wurlitzer 1015, Rudolph Wurlitzer Company, North Tonawanda, USA, 1947) (Ausstellung DAM 2026/4)
Gegen Ende des Krieges blickte die Musikautomatenbranche zunehmend hoffnungsvoll in die Zukunft. Mit der absehbaren Rückkehr zur Friedenswirtschaft verband sie die Erwartung eines erneuten Aufschwungs. Diese Hoffnung erfüllte sich rasch: Nach Kriegsende übernahm Wurlitzer die Marktführerschaft. Mit dem Modell 1015 (1945) brachte die Rudolph Wurlitzer Company eine Jukebox auf den Markt, die mit ihrem Design von Paul Fuller nicht nur gestalterisch neue Maßstäbe setzte, sondern sich auch zur meistverkauften und beliebtesten Musikbox aller Zeiten entwickelte (vgl. Reiß, 2003, S. 268).
Die Kriegsjahre markieren damit eine außergewöhnliche Phase in der Geschichte der Jukebox: eine Zeit des industriellen Stillstands bei gleichzeitig hoher kultureller Bedeutung. Sie zeigen, dass der Erfolg der Musikbox nicht allein von Produktion und Technik abhing, sondern vor allem vom menschlichen Bedürfnis nach Musik. Gerade dann, wenn die Zeiten besonders schwer waren.
Rechts: Bild der beliebtesten Jukebox (Wurlitzer 1015, Rudolph Wurlitzer Company, North Tonawanda, USA, 1947) (Ausstellung DAM 2026/4)
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs etablierten sich nicht nur neue politische und wirtschaftliche Strukturen in Deutschland, sondern auch zahlreiche kulturelle Einflüsse aus den Vereinigten Staaten wirkten auf den Westen des Landes ein. Besonders prägend war dabei der sogenannte „American way of life“, der in den 1950er-Jahren sichtbar wurde. Somit zog auch eine neue Form der Unterhaltung ein: die Jukebox.
Mittig: Diplomat 120, Modell A (Georg Wiegandt & Söhne, Berlin, Deutschland, 1954-1956) (Ausstellung DAM 2026/5)
Durch amerikanische Soldaten, welche in Deutschland stationiert waren, wurden diese Musikautomaten bekannt und entwickelten sich rasch zu beliebten Ausstattungen der Gastronomie (vgl. Midding, 2024).
Links:Deutsche Gastronomie mit Musikbox, Seeburg HF 100 G, (Seeburg, J. D. Corporation, Chicago, USA, ab 1950) (DAM HQ 0407)
Durch amerikanische Soldaten, welche in Deutschland stationiert waren, wurden diese Musikautomaten bekannt und entwickelten sich rasch zu beliebten Ausstattungen der Gastronomie (vgl. Midding, 2024).
Links:Deutsche Gastronomie mit Musikbox, Seeburg HF 100 G, (Seeburg, J. D. Corporation, Chicago, USA, ab 1950) (DAM HQ 0407)
Auch die amerikanischen Filme trugen ein Stück weit zur Bekanntheit der Jukeboxen bei, da diese ein fester Bestandteil von Szenen in Diners, Bars oder Tanzlokalen waren. Für viele deutsche, welche diese Filme in den Nachkriegsjahren sahen, wurde die Jukebox dadurch zu einem sichtbaren Symbol des amerikanischen Lebensstils und weckte zusätzliches Interesse an dieser Form der musikalischen Unterhaltung (vgl. Jukebox-World/2, kein Datum).
Mit der wachsenden Begeisterung für amerikanische Popkultur nahm auch die Nachfrage nach Musikboxen in Deutschland stetig zu. Besonders in den frühen 1950er-Jahren etablierte sich die Jukebox zunehmend im öffentlichen Raum. Die Automaten boten eine einfache und gute Gelegenheit, aktuelle Musik abzuspielen und sie wurden schnell zu einem zentralen Element der Unterhaltungskultur ihrer Zeit (vgl. Museum f. Musikautomaten, kein Datum).
Rechts: Bild einer US-amerikanischen Filmszene mit Musikbox, Wurlitzer 1015, Rudolph Wurlitzer Company, ab Nov. 1945 (DAM HQ 2161)
Auch die amerikanischen Filme trugen ein Stück weit zur Bekanntheit der Jukeboxen bei, da diese ein fester Bestandteil von Szenen in Diners, Bars oder Tanzlokalen waren. Für viele deutsche, welche diese Filme in den Nachkriegsjahren sahen, wurde die Jukebox dadurch zu einem sichtbaren Symbol des amerikanischen Lebensstils und weckte zusätzliches Interesse an dieser Form der musikalischen Unterhaltung (vgl. Jukebox-World/2, kein Datum).
Mit der wachsenden Begeisterung für amerikanische Popkultur nahm auch die Nachfrage nach Musikboxen in Deutschland stetig zu. Besonders in den frühen 1950er-Jahren etablierte sich die Jukebox zunehmend im öffentlichen Raum. Die Automaten boten eine einfache und gute Gelegenheit, aktuelle Musik abzuspielen und sie wurden schnell zu einem zentralen Element der Unterhaltungskultur ihrer Zeit (vgl. Museum f. Musikautomaten, kein Datum).
Rechts: Bild einer US-amerikanischen Filmszene mit Musikbox, Wurlitzer 1015, Rudolph Wurlitzer Company, ab Nov. 1945 (DAM HQ 2161)
Der wachsende Markt weckte bald auch das Interesse deutscher Hersteller. Somit entwickelte bereits 1952 die Berliner Firma Georg Wiegandt & Söhne die erste Musikbox „Made in West-Germany“. In den darauffolgenden Jahren bemühten sich dann immer mehr deutsche Unternehmen, auf dem expandierenden Markt Fuß zu fassen. Zu den Herstellern gehörten unter anderem Tonomat, Bergmann, Harting, Hecker, Gauselmann und ab 1960 auch die Deutsche Wurlitzer (vgl. Midding, 2024).
Auch unabhängig vom direkten Einfluss des amerikanischen Lebensstils fanden Musikboxen ihren Weg in die Deutsche Demokratische Republik. In den 1950er-Jahre wurden Musikboxen aus den Vereinigten Staaten in die DDR importiert (vgl. Jukebox-World/3, kein Datum). Hersteller wie Böhm Automatic in Glauchau oder die Julius Göcker KG (später der VEB Funkwerk, Erfurt) begannen daraufhin mit der Produktion eigener Musikboxen.
Damit wurde die Jukebox in beiden deutschen Staaten zu einem festen Bestandteil in Gaststätten oder Tanzlokalen. In der Freizeitkultur der Nachkriegszeit war die Jukebox auch hierzulande aus dem gesellschaftlichen Leben nicht mehr wegzudenken.
Links: Deutsche Gastronomie in der DDR mit Musikbox, Sachsenklang M2 (Böhm-Automatic, Glauchau, ab 1964) (DAM HQ 0926)
Auch unabhängig vom direkten Einfluss des amerikanischen Lebensstils fanden Musikboxen ihren Weg in die Deutsche Demokratische Republik. In den 1950er-Jahre wurden Musikboxen aus den Vereinigten Staaten in die DDR importiert (vgl. Jukebox-World/3, kein Datum). Hersteller wie Böhm Automatic in Glauchau oder die Julius Göcker KG (später der VEB Funkwerk, Erfurt) begannen daraufhin mit der Produktion eigener Musikboxen.
Damit wurde die Jukebox in beiden deutschen Staaten zu einem festen Bestandteil in Gaststätten oder Tanzlokalen. In der Freizeitkultur der Nachkriegszeit war die Jukebox auch hierzulande aus dem gesellschaftlichen Leben nicht mehr wegzudenken.
Links: Deutsche Gastronomie in der DDR mit Musikbox, Sachsenklang M2 (Böhm-Automatic, Glauchau, ab 1964) (DAM HQ 0926)
Einige der in diesem Beitrag dargestellten Entwicklungen lassen sich heute anhand der Exponate bei uns im Deutschen Automatenmuseum nachvollziehen. Historische Jukeboxen und Musikautomaten aus verschiedenen Epochen verdeutlichen die technischen, gestalterischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ihrer Zeit.
Autorin Selina Öcal
(Ausstellung DAM 2026/1) Fotografie von einem Teil unseres Jukebox-Bereichs, Dauerausstellung des Deutschen Automatenmuseums, aufgenommen 20. März 2026
(Ausstellung DAM 2026/2) Fotografie des „Bussophone“, Dauerausstellung des Deutschen Automatenmuseums, aufgenommen 20. März 2026
(Ausstellung DAM 2026/3) Fotografie der „AMI B“, Dauerausstellung des Deutschen Automatenmuseums, aufgenommen 20. März 2026
(Ausstellung DAM 2026/4) Fotografie der „Wurlitzer 1015“, Dauerausstellung des Deutschen Automatenmuseums, aufgenommen 20. März 2026
(Ausstellung DAM 2026/5) Fotografie der „Diplomat 120“, Dauerausstellung des Deutschen Automatenmuseums, aufgenommen 20. März 2026
(DAM HQ 0061) Ansichtskarte, Nachdruck, Jukeland Products, Berlin, vor 2016
(DAM HQ 0407) Ansichtskarte, Dillener Hof aus Bremen-Blumentahl, 1950er-Jahre
(DAM HQ 0644) Ansichtskarte, Princess Sweet Shop, Minonk/Illinois, nach 1936
(DAM HQ 0795) Ansichtskarte, Sioux City Johns Café, Sioux City/Iowa, USA, 1940
(DAM HQ 0926) Ansichtskarte, Wandlitz/Mark Zur Waldschenke, Sachsenklang M2, ab 1964
(DAM HQ 2161) Fotogrfie, Filmszene aus „A safe place“, USA, 1971
(Gorman, 2001) Gorman, Juliet: Terms and Etymology, 2001 https://www2.oberlin.edu/library/papers/honorshistory/2001-Gorman/jookjoints/allaboutjooks/etymology.html (Stand 11.03.2026 - 13:20 Uhr)
(Jukebox-World/1, kein Datum) https://www.jukebox-world.de/Musikboxenverein/Seiten/Musikbox.htm (Stand 05.03.2026)
(Jukebox-World/2, kein Datum) https://www.jukebox-world.de/Forum/Archiv/InMovies.htm (Stand 11.03.2026 - 13:36 Uhr)
(Jukebox-World/3, kein Datum) https://www.jukebox-world.de/Forum/Archiv/DDR/Polyhymat.pdf (Stand 11.03.2026 - 14:23 Uhr)
(Midding, 2015) Midding, Jessica: Elvis und die Jukebox – It’s Now or Never, Ausst. Kat., Espelkamp 2015
(Midding, 2024) Midding, Jessica: Text aus der Ausstellung im Deutschen Automatenmuseum, Espelkamp, Jukebox-Bereich (Stand 24.03.2026)
(Museum f. Musikautomaten, kein Datum) Museum für Musikautomaten – Sammlung Dr. h.c. Heinrich Weiss-Stauffacher (kein Datum) https://www.musikautomaten.ch/de/(Stand 10.03.2026 -15:30)
(Reiß, 2003) Reiß, Werner, Strauß meets Elvis, Musikautomaten aus zwei Jahrhunderten, Kat. Ausst. Minden/Wesel, Stuttgart 2003