Teil 8
In Teil 8 widmen wir uns konkret folgenden Fragen: "Was bedeutet die fortschreitende Digitalisierung für ein Museumsarchiv?", "Wie digitalisiert man Exponate?" und "Warum tun wir das überhaupt?"
Teil 8
In Teil 8 widmen wir uns konkret folgenden Fragen: "Was bedeutet die fortschreitende Digitalisierung für ein Museumsarchiv?", "Wie digitalisiert man Exponate?" und "Warum tun wir das überhaupt?"
"Quellen nennen wir alle Texte, Gegenstände und Tatsachen, aus denen Erkenntnis der Vergangenheit gewonnen werden kann." -Paul Kirn
Dieser Neuzugang - ein historisches Originaldokument über die Musikbox Symphonie M80 (Th. Bergmann & Co., Hamburg, 1957) soll in diesem Beispiel sowohl in die Sammlung, ins Archiv als auch in die Datenbank aufgenommen werden.
Zunächst wird das Dokument von Staub und Schmutz befreit, der sich über die Jahre am Papier festgesetzt hat. Dazu gibt es spezielle Schwämme. Sie bestehen aus vulkanisiertem Naturkautschuk und können schonend Schmutzpartikel von Papieroberflächen aufnehmen.
Dieser Neuzugang - ein historisches Originaldokument über die Musikbox Symphonie M80 (Th. Bergmann & Co., Hamburg, 1957) soll in diesem Beispiel sowohl in die Sammlung, ins Archiv als auch in die Datenbank aufgenommen werden.
Zunächst wird das Dokument von Staub und Schmutz befreit, der sich über die Jahre am Papier festgesetzt hat. Dazu gibt es spezielle Schwämme. Sie bestehen aus vulkanisiertem Naturkautschuk und können schonend Schmutzpartikel von Papieroberflächen aufnehmen.
Das aufbereitete Papier wird dann eingescannt und zum einen als Foto in der Datenbank hinterlegt und bei mehrseitigen Dokumenten zusätzlich in Form eines PDF als digitales Dokument angehängt. So können wir jederzeit auf die Inhalte zugreifen, ohne das Originaldokument noch einmal in die Hand nehmen zu müssen.
Genau wie die Automaten, bekommen auch diese Exponate aus Papier eine Inventarnummer. Sie wird auf den säurefreien Schutzumschlag geklebt, in dem wir die Quelle vor Umwelteinflüssen schützen, bevor sie zur Aufbewahrung ins Archiv kommt.
Ein Großteil des Bestands der Sammlung Gauselmann ist mit Hilfe einer Datenbank namens FAUST über die letzten Jahre bereits inventarisiert worden. Dort halten wir wichtige Informationen zu jedem Exponat fest - egal, ob mit oder ohne Münzeinwurf.
Auf diese Weise wird unsere Datenbank zu einem Nachschlagewerk und mit jeder neuen Quelle etwas genauer.
Wir pflegen in der Datenbank Angaben zum Exponat an sich, Restaurierungsberichte und Versicherungswerte, verwalten die Standorte der Exponate und tragen auch Patentnummern ein. In diesem Beispiel wird nun eine historische Quelle einmal als eigenständiges Exponat eingepflegt und anschließend mit anderen Exponaten, in diesem Fall der erwähnten Musikbox, verknüpft.
Auch die passende Literatur aus unserer Bibliothek kann verlinkt werden, sodass einmal gefundene Informationen beim nächsten Klick auf das Exponat direkt sichtbar sind.
Das digitale Archiv dient der konservatorischen Aufbewahrung und dem Schutz der Originalquellen, denn jeder Text, jede Werbung, jedes Foto, das digital einsehbar ist, muss zur Recherche nicht mehr hervorgeholt werden und wird damit vor möglichen Schäden geschützt. So können wir nicht nur das Archivgut schonen, sondern auch Inhalte oder Quellen leichter finden.
Wie hier zu sehen, gehören auch solche Quellen wie Fachzeitschriften mit zu unserem Schriftgut. Die Automatenzeitschrift Münzautomat (Mainz) liefert beispielsweise enorm viele detaillierte Informationen ab 1950, die wir ansonsten niemals in dieser Menge zusammentragen könnten. Sie liefern uns heute aus jedem Monat über viele Jahrzehnte Hinweise auf Trends, Messen, Neuerscheinungen, Patente und Gebrauchsmuster, Interviews und einiges mehr, was für unsere Arbeit von unschätzbarem Wert ist. 2001 wurde das Magazin umbenannt zu Games & Business. Es erscheint bis heute monatlich.
Noch ältere Fachmagazine, die auch zu unserer stolzen Sammlung gehören, sind beispielsweise Der Automat (erschienen ab 1927) oder Die Deutsche Automatenrundschau (ab 1933).
Im nächsten Archivschrank lagert der Automaten Markt, der seit 1949 monatlich als "Spiegel der Branche" erschien.
Wie hier zu sehen, gehören auch solche Quellen wie Fachzeitschriften mit zu unserem Schriftgut. Die Automatenzeitschrift Münzautomat (Mainz) liefert beispielsweise enorm viele detaillierte Informationen ab 1950, die wir ansonsten niemals in dieser Menge zusammentragen könnten. Sie liefern uns heute aus jedem Monat über viele Jahrzehnte Hinweise auf Trends, Messen, Neuerscheinungen, Patente und Gebrauchsmuster, Interviews und einiges mehr, was für unsere Arbeit von unschätzbarem Wert ist. 2001 wurde das Magazin umbenannt zu Games & Business. Es erscheint bis heute monatlich.
Noch ältere Fachmagazine, die auch zu unserer stolzen Sammlung gehören, sind beispielsweise Der Automat (erschienen ab 1927) oder Die Deutsche Automatenrundschau (ab 1933).
Im nächsten Archivschrank lagert der Automaten Markt, der seit 1949 monatlich als "Spiegel der Branche" erschien.
Unser Archivgut lagert aber nicht nur gut verpackt bis ans Ende seiner Tage. Das Wissen, welches wir durch diese Quellen gewinnen, trägt zu unseren Ausstellungen und Veröffentlichungen bei. Die Originalquellen sind also wichtige Belege für historische Begebenheiten.
Unser Archivgut lagert aber nicht nur gut verpackt bis ans Ende seiner Tage. Das Wissen, welches wir durch diese Quellen gewinnen, trägt zu unseren Ausstellungen und Veröffentlichungen bei. Die Originalquellen sind also wichtige Belege für historische Begebenheiten.
Seit der Grundsteinlegung der Sammlung Gauselmann im Jahr 1985 hat sich eine große Menge historischer Quellen angesammelt. Je mehr es wurden, desto deutlicher wurde ihr Stellenwert für die Sammlung und für die Aufarbeitung der Münzautomaten-Geschichte. Der Aufwand der Aufbewahrung und Pflege stieg mit der wachsenden Menge an historischen Belegen - bis diese schließlich mit dem Umzug des Museums auf das Gelände des Schlosses Benkhausen im Jahr 2013 ihre eigenen Räumlichkeiten in Form eines eigenen Archivs erhielten.
Gut zu wissen: Ein Archiv ist grundsätzlich eine Institution oder Organisationseinheit, die zeitlich unbegrenzt historisch (oder auch rechtlich oder politisch) bedeutsame Dokumente, Akten und Urkunden erfasst, aufbewahrt und pflegt. Archive entstanden mit Beginn der schriftlichen Überlieferungen in beinah allen Lebensbereichen und Kulturen und dienen noch heute demselben wichtigen Zweck: Der Sicherung von Informationen.
Dies gilt auch für die Automatenindustrie. Wir als das Deutsche Automatenmuseum verstehen uns als das Gedächtnis der Branche. Dementsprechend sammeln, pflegen und bewahren wir die Dokumente, die sich mit Münzautomaten, den herstellenden Unternehmen oder Aufstellorten befassen. Alles, was also einen Bezug zu den Exponaten der Sammlung Gauselmann oder zur Münzautomatenindustrie hat, wird - wie Sie hier beispielhaft erfahren konnten - in unser Archiv aufgenommen und erhält die Chance, ein Stück Automatengeschichte zu erzählen.
So helfen uns auch die Exponate ohne Münzeinwurf, selbst wenn es sich "nur" um einen kleinen Werbezettel handelt, das Bild, das wir von der Vergangenheit haben, immer weiter zu vervollständigen. Mit ihrer Hilfe erzählen wir die Geschichte der internationalen Münzautomatenindustrie, erhalten sie für kommende Generationen, machen Sie auch in Zukunft real und digital zugänglich und erwecken die Geschichte Stück für Stück zum Leben.